Sterne. Sterne sind sehr beliebt. Wir blicken nachts in den Himmel und sind fasziniert von ihrem Leuchten in der Dunkelheit. Sie funkeln wie Diamanten. Sie lassen uns staunen über Gottes Schöpfung. Sterne sind etwas Besonderes. Das englische Wort für Stern ist Star. Und über Stars und Sternchen können wir häufig in der Zeitung lesen oder hören im Radio von ihren Auftritten und Shows. Wir bewundern die Stars am Himmel und hier auf Erden.


Und einige von uns träumen selbst davon, ein Star zu sein. Sicherlich kennt ihr den Walk of fame?! Er befindet sich in Los Angeles und ist einer der bekanntesten Wege der Welt. In diesen Gehweg sind derzeit ca. 2500 Sterne eingelassen, die prominente Personen ehren. Auf jedem Stern steht ein Name und darunter befindet sich ein Symbol, das verdeutlicht, welches Ziel dieser Mensch erreichen wollte und nach der Meinung vieler erreicht hat. So steht zum Beispiel eine Schallplatte für die Kategorie Musik oder eine Kamera für die Kategorie Film. Dort einen Stern zu haben, ist eine große Ehre und für viele Stars ein Ziel, das sie einmal im Leben erreichen wollen.


Ich habe euch heute auch einen solchen Walk of fame – Stern mitgebracht. Es steht mein Name drauf! Ich bin auch ein Star! Mein Symbol ist eine Lampe, die leuchtet. Sie trägt ein Licht und bringt ein Licht. Das ist nämlich mein Ziel: Zu leuchten. In mir ein Licht zu tragen und mir und anderen zu leuchten.


Nach 2 Jahren Konfirmandenzeit stelle ich euch heute die Frage: Was soll denn in der Mitte eures Sternchens stehen? Und was bedeutet es, wenn Gott in und durch euch leuchtet? Was sind eure Ziele?


Vermutlich einen Schulabschluss zu schaffen, und dann einen guten Beruf zu bekommen, viel Geld zu verdienen, Erfolg zu haben, eine Familie zu gründen und gesund zu bleiben. Eure Ziele findet man auch in euren Konfirmationssprüchen wieder.
Liebe kommt da oft vor, wörtlich oder sinngemäß. Für viele von uns ist die Liebe so etwas wie eine Brücke zu Gott. Gott und Liebe, das passt zusammen. Ganz besonders Jesus und Liebe.


Als Jesus geboren wurde, hat auch ein Stern geleuchtet. Der Stern über Bethlehem. Und in diesem Stern war auch eine Botschaft: Kommt zu Jesus, zum Sohn Gottes, zum Erlöser dieser Welt. Und sicher sind wir uns alle einig, dass Jesus einen Stern verdient hat. So wie er gelebt und geliebt hat. Am Ende schien dann sein Stern zu verglühen, um dann doch für immer im Himmel Gottes zu leuchten. Aber nicht nur dort. Sondern gleichzeitig in euch.


Denn darum geht es am nächsten Sonntag, bei eurer Konfirmation. Durch die Taufe gehört ihr zu Jesus Christus. Und mit der Konfirmation sagt ihr Ja zur Taufe und damit Ja: Jesus Christus soll in mir leuchten. Und ich kann euch versprechen, wenn ihr Jesus in euch leuchten lasst, dann habt ihr wirklich eine tolle Ausstrahlung.


Vielleicht werdet ihr nicht ein Star in Los Angeles werden und nicht in der Zeitung oder im TV zu sehen sein. Trotzdem werdet ihr von innen raus leuchten und funkeln und für viele wie ein kleiner Star, ein Stern am Himmel sein.


Ich will euch Lust machen, weiter den Weg als Christ zu gehen und zu leuchten. Dazu habe ich euch eine Geschichte aus der Bibel mitgebracht, in der wir sehen können, wie Jesus geleuchtet hat und wie er in und durch uns leuchten kann. Es handelt sich um eine Geschichte, die mich sehr fasziniert. Es geht um die Heilung eines Besessenen.


Dieser war wirklich außer Rand und Band. Er lebte in einer Höhle und schrie, musste manchmal gefesselt werden, verletzte sich selbst.
Als ihm Jesus begegnet ist er wieder sehr unruhig. Doch Jesus spricht ihn an, fragt was oder wer ihn so besessen macht und vertreibt schließlich die bösen Geister aus ihm. Danach ist dieser Mann wie ausgewechselt und möchte gerne mit Jesus mitgehen.


Warum fasziniert mich diese Geschichte? Weil ich immer wieder erlebe, wie wir nicht frei sind. Wie wir gebunden, gefesselt und besessen sind - besetzt von Erfahrungen und Personen, die verhindern, dass wir frei sind. Ich kenne Erwachsene, die sind besetzt von Sorgen, von Gewalt in ihrer Kindheit, aber auch von Stimmen in ihnen, die sagen: du kannst nichts, du bist nichts wert. Ich kenne Jugendliche, die tun sich selbst wie der Besessene weh, verletzen sich, hungern, weil sie besetzt sind von dem Gedanken: Ich werde nicht geliebt. Ich bin nicht gut, so wie ich bin. Und genau das sieht Jesus, das sieht Gott und er spricht das an. Und spricht uns allen, die wir Besessene sind, Liebe zu.


Seine Kraft fließt in dich ein, eine gute Kraft, und du wirst wieder frei. Und wenn es dann geschieht, ist es wie ein Leuchten in dir und ein schönes Gefühl. Und man sieht es dir an. Du strahlst wieder. Gottes Liebe und Licht strahlt durch dich aus. Das fasziniert mich.


Und das ist mein Wunsch an euch: Dass ihr dieses befreiende Licht Jesu in euch spüren könnt. Und dann könnt ihr es wie Jesus machen. Ein Christ sein, in dem ihr auch anderen helft, frei zu werden. Frei von ihren Sorgen, frei von mancher Not. Jesus hat vielen geholfen. Er hat vielen einen neuen Start ermöglicht. Mit seiner Hilfe könnt ihr das auch. Für euch selbst und für andere. So werdet ihr eine besondere Ausstrahlung haben – wie ein Christusstern!


Ich wünsche euch und der Gemeinde, dass ihr Gott in eurer Herz lasst und er euer erstes Ziel wird. So werdet ihr Liebe und Licht weitergeben können, aber auch von Gott selbst erfahren. Ein brennendes Herz und leuchtende Augen wird er euch schenken und Menschen werden an eurer Seite sein, die gern mit euch gehen.


Nach seiner Auferstehung kommt Jesus noch einmal seine Freunde besuchen und sagt: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Also, liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde: Los geht's, lasst Gott in euch leuchten, seid ein strahlender Stern Gottes.

 

Amen.