(Predigttext: Matthäus 7, 24 - 27)


Vom Hausbau:

24 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.

25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.

26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.

27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.


Teil 1 der Predigt:

 

2017 08 13 predigt

 

Teil 2 der Predigt:

Die Stürme in unserem Leben: Was ist es was unser Lebenshaus ins Wanken bringt? Wir haben in den letzten Tagen wiedermal hautnahe mitbekommen, welche Macht die Landesführer haben. Politische und ökonomische Probleme können unser Lebenshaus, unser Wohnrecht in unserem schönen Land sehr stark verunsichern. Mangelnde Gesundheit kann wie ein sanfter Wind hier und da kleinen Schaden anrichten, aber Gesundheit kann sich verschlimmern und dann wird aus dem sanften Wind ein stärkerer. Wen Konflikt am Arbeitsplatz erst schwelt und dann dauerhaft wird und unsere Arbeitsbedingungen radikal beeinträchtigt, wird es ein Dauerregen, der den Boden durchtränkt und das Fundament vielleicht wackelig macht. Wenn aus dem Dauerregen ein Gewitter oder gar ein Sturm wird, wissen wir, dass unser Lebenshaus der Gefahr ausgesetzt ist, zerstört zu werden. Denken wir an Familienkrisen. Ein untreuer Ehepartner kann wie ein Blitz eine Ehe und sogar eine ganze Familie zerstören. Streit und Gewalt zwischen Ehepartnern, Eltern und Kindern oder zwischen Geschwistern und anderen Familienmitgliedern kann wie Donner über unser Lebenshaus herziehn, und Kindern und Eltern Angst bereiten. Schul-, Uni- oder Freundschaftsstress, Alkohol und Drogenabhängigkeit in der Familie oder Freundeskreis können wiederum unser Lebenshaus erhitzen, zum Teil vielleicht sogar verbrennen, mit Worten oder Taten. Egal ob unsere Lebenshäuser auf Sand oder auf Fels gebaut sind. Weltliche, politische, ökonomische, ökologische, Arbeitsund persönliche Krisen platzen in unseren Alltag hinein und können vieles oder alles im Handumdrehen zerstören. Wie können wir uns dagegen wehren?

 

Teil 3 der Predigt:

Bilder: Zwei Häuser in Lüderitz, gebaut etwa zur gleichen Zeit in der gleichen Gegend. Eins auf Sand, das andere – die Kirche – auf Felsen gebaut. Diese Häuser stehen symbolisch für unser Leben, unsere Lebenskonzepte. Friedeburg hat uns das dargestellt. Elke hat uns dann die Bedrohungen, die Stürme bewusst gemacht. Was gibt unserem Leben Halt und Sicherheit? Finanzielle, berufliche Sicherheit? Die Familie oder Gesundheit. Alles wichtig, richtig und gut. Aber es taugt nicht als Fundament. All das kann von heute auf morgen kaputt gehen. Was ist das Fundament, auf dem wir bauen? Jesus sagt: Wer meine Worte hört und sie tut, der ist klug, baut richtig. Was sagt Jesus denn zu unserem Leben? Vor seinem Abschied aus der Welt gibt er seinen Jüngern Wesentliches auf den Weg, was Johannes aufgezeichnet hat (Kap 14 – 17). Dort spricht er über das Fundament und die Bedrohungen und zeichnet ein realistisches Bild für ihr Leben als Christ in dieser Welt.

 

Er sagt in Johannes 14 – 17 unter anderem:

Das rede ich zu Euch, damit ihr nicht zu Fall kommt:

  • Euer Herz erschrecke nicht
  • Ihr werdet traurig sein
  • Man wird euch hassen
  • Man wird euch verfolgen und töten
  • Es wird Streit und Uneinigkeit unter euch geben
  • In der Welt Welt habt ihr Angst Stürme, Bedrohungen…

 

Aber er hat noch mehr zu sagen: Bleibt in mir – dann bringt ihr Frucht. Das ist das Fundament für unser Leben! Und damit das gelingen kann, schickt / verheißt er den Heiligen Geist, den er “Beistand” und “Tröster” nennt. Mit dieser Grundlage kann ich in den Bedrohungen bestehen.

 

Jesus sagt zu uns:

  • Euer Herz erschrecke nicht – Glaubt an Gott und glaubt an mich
  • Ihr werdet traurig sein – Ich werde Euch wiedersehen und eure Trauer in Freude verwandeln
  • Man wird euch hassen – um meinetwillen
  • Es wird Streit und Uneinigkeit unter euch geben – Liebt einander und seid eins
  • In der Welt Welt habt Ihr Angst – aber ich habe die Welt überwunden. Ihr seid zwar in, aber nicht mehr von dieser Welt
  • Meinen Frieden gebe ich Euch! Tiefen, inneren Frieden in allen Bedrohungen.

 

Warum aber überhaupt die Bedrohungen? Könnte es nicht zumindest uns Christen besser gehen? Könnte Gott uns nicht davor bewahren? Dass die Felsenkirche auf einem besseren Fundament steht, wird nur dadurch deutlich, das sie die Stürme der letzten hundert Jahre überstanden hat. Unser Fundament wird als Zeugnis für andere sichtbar, wenn sich unser Glaube in den Stürmen bewährt, und nicht dadurch, dass wir keine Bedrohungen kennen. Ihr lebt in dieser Welt – mit all ihren Versuchungen, Anfechtungen und Bedrohungen, sagt Jesus seinen Jüngern.

Und Glaube, der da trägt, ist Zeugnis für andere. Bringt Frucht, wie Jesus es sagt. Dafür sind wir hier. Dafür leben wir heute in dieser Welt.

 

Ich schließe mit einem ganz anderem Bild, welches auch unser Leben symbolhaft darstellt. Das der Jahresringe.

 

Dazu ein Text von Hermann Hesse:

Wenn ein Baum umgesägt worden ist, dann kann man auf der lichten Scheibe

seines Stumpfes seine ganze Geschichte lesen:

In den Jahresringen und Verwachsungen steht aller Kampf, alles Leid, alle Krankheit,

alles Glück und Gedeihen treu geschrieben, schmale Jahre und üppige Jahre,

überstandene Angriffe, überdauerte Stürme.

Und jeder Bauernjunge weiß, dass das härteste und edelste Holz

die engsten Ringe hat, dass hoch auf Bergen und in immer währender Gefahr

die unzerstörbarsten, kraftvollsten, vorbildlichsten Stämme wachsen.

Hermann Hesse

 

Und der Friede Gottes, der unser menschliches Denken überragt, bewahre unsere Herzen und Sinne. Amen.