Impuls zum Monatsspruch im Dezember

Pfarrerin Nicole Otte-Kempf


 

„Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“ Mt 2,10


 

Das neue Kirchenjahr beginnt am 1. Advent. Nach dem November mit seinen schweren Gedenktagen ist meine Sehnsucht nach Licht und Freude groß. Das mag vielen von Euch bestimmt ähnlich gehen.

 

Ich möchte mich nun freuen – auf die Adventszeit, auf die schönen Feiertage, auf das Zusammensein mit der Familie und mit Freunden, auch auf freie Tage. Und ich denke an die Liebsten in der Ferne. Ich schreibe Karten (ok, hier wohl weniger, weil sie nicht ankommen werden), ich telefoniere und ich möchte es zu Hause schön haben. Möchte all die vorweihnachtliche Hektik draußen lassen. Die Kaufh äuser sind schon lange mit bunten Kugeln und Lichtern geschmückt und zeigen mir: bald ist Weihnachten.

 

Aber noch warten wir darauf. Und dieses Warten, dieses „Auf dem Weg sein“, diese Sehnsucht hat seinen Sinn.

 

Die Weisen aus dem Morgenland, von denen im Matthäusevangelium die Rede ist, warteten auch – lange – auf eine besondere Sternenkonstellation am Himmel. Und endlich war alles so, wie es sein sollte. Alles wies darauf hin, dass ein neuer König geboren war. Vielleicht einer, der Frieden und Freude bringt in die Herzen der Menschen und in das Miteinander. Diese Hoffnung brachte viele in Bewegung. Und so auch die drei Sterndeuter, die sich auf den Weg machten, den König zu suchen.

 

Sie folgten dem Stern, den sie hatten aufgehen sehen. Er blieb über einem Stall in Bethlehem stehen. Ausgerechnet in einem Stall war also dieser König zu finden. Der Heiland der Welt in einem ärmlichen Stall. Einen anderen Platz gab es nicht.

 

Und die Weisen gingen hinein und sahen das ersehnte Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

 

Die Freude, die die Weisen erfuhren, zog in ihre Herzen ein. Und noch besser, sie hielt an, vielleicht sogar ein Leben lang. Hocherfreut. Das ist die Weihnachtsbotschaft. Ob die im Trubel der Weihnachtseinkäufe, im Weihnachtsurlaub oder nach der Bescherung erreicht wird?

 

Die Weisen fanden ihre Freude nicht zu Hause, bequem auf dem Sofa, sondern sie hatten sich auf den Weg gemacht, raus aus ihrer Comfort Zone, sicherlich eine beschwerliche Reise.

 

Sich bei Gott einzufinden, dem Kind zu begegnen, hat Konsequenzen. Es ist nicht immer bequem. Manchmal gibt es da Hindernisse auf dem Weg.

 

Aber „Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.“

 

Hocherfreut heißt nicht nur, Freude zu empfangen und zu empfinden.

 

Hocherfreut heißt, Freude zu teilen und zu ermöglichen für sich selbst und für andere.

 

Hocherfreute Weihnachten wünsche ich euch.

 

Eure Pfarrerin

 

Pfarrerin Nicole Otte-Kempf