(Jakobus 2, 1-13)



Person 3: Liebe Gemeinde, mit diesem YouTube video sind wir direkt in unserem Predigt Text gelandet. Jakobus 2, 1-13.

Ich lese ab Vers 8.


8 Handelt nach dem wahrhaft königlichen Gesetz, wie es in den Heiligen Schriften steht: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!« Dann tut ihr recht.

9 Wenn ihr aber dabei Unterschiede macht, begeht ihr eine Sünde und steht vor dem Gesetz als Übertreter da.

10 Denn wer das gesamte Gesetz befolgt, aber gegen ein einziges Gebot verstößt, hat gegen alle verstoßen und ist vor dem ganzen Gesetz schuldig geworden.

11 Derselbe Gott, der gesagt hat: »Brich nicht die Ehe!«, hat auch gesagt: »Morde nicht!« Wenn du also keinen Ehebruch begehst, aber jemand umbringst, bist du ein Übertreter des Gesetzes.

12 Redet und handelt als Menschen, die einst vor Gott nach dem Gesetz beurteilt werden sollen, das wahrhaft frei macht.

13 Wer selbst kein Erbarmen gehabt hat, über den wird auch Gott erbarmungslos Gericht halten. Wenn aber jemand barmherzig war, dann gilt: 5 Das Erbarmen triumphiert über das Gericht.”


Person 1: Ach nein, da wird uns schon wieder vorgeschrieben wie wir leben sollen. Das nervt. Ich mache doch alles richtig. Ich liebe meine Familie, gehe jeden Sonntag in die Kirche, bete vor jedem Essen. Also ich habe noch nie einen Menschen getötet.

 

Person 2: Oh Gott nee, fang nicht schon wieder damit an. Es gibt auch noch ein Leben außerhalb der Kirche.

 

Person 3: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Mit diesem Gebot fasst Jesus die Zehn Gebote zusammen. Demnach sind die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten gleich wichtig.”

 

Person 2: Na, dann mache ich ja alles richtig. Ich liebe meine Nachbarin…Sie ist immer so nett, macht mir Komplimente, weil ich so wohlerzogene Kinder habe, aber hast du schon mal ihr Kinder gesehen? So was von frech und unerzogen, das gibts nicht nochmal. Ich bin mir sicher, dass sie noch nie irgendwas über Kindererziehung nachgelesen hat.

 

Person 3: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst?” Wenn du das nicht kannst, verstößt du auch gegen andere Gebote, zB “Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.” Weißt du denn, dass ihr Kind autistisch ist? Da sieht es mit der Erziehung gleich anders aus.

 

Person 1: Genau, verurteile andere mal nicht gleich. Das ist Sünde. Aber hast du ihren Garten gesehen. So was Schönes verdient sie eigentlich gar nicht. Ich hätte da doch mehr Anspruch drauf, solch Schönheit sieht man in unserer Region selten. Wenn das doch mein Garten wäre.

 

Person 3: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst?” Wenn du das nicht kannst, verstößt du auch gegen andere Gebote, zB “Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.”

 

Person 2: Siehst du, ich sage es ja immer wieder, nie bist du zufrieden. Immer musst du rummotzen. Auch wenn du jeden Sonntag in die Kirche gehst, macht dass aus dir keinen besseren Christen. Unter der Woche bist du ja nicht gerade die barmherzige Samariterin. Wie war das nochmal mit deiner Freundin, die du nicht zum Arzt fahren konntest, weil du angeblich zu beschäftigt warst, während du eigentlich Angst hattest, deinen Frisörtermin zu verpassen?

 

Person 1: Das sagst du so einfach! Was ist mit dem Bettler, der vor dem Geschäft in deinem Weg gestanden hat und um ein Stück Brot gebeten hat. Hast du ihm etwas gegeben?

 

Person 2: Nein, diese Bettler nerven mich. Die ziehen sich absichtlich schäbig an damit wir Mitleid haben. Eigentlich gehts ihnen sehr gut. Würde mich nicht wundern, wenn bei denen ein Mercedes in der Garage steht. Genau wie bei euch. Und trotzdem leihst du jede Woche bei mir eine Tasse Zucker oder Milch.

 

Person 3: Wie war das nochmal mit dem Doppelgebot der Liebe? Übt ihr das hier richtig aus? Ich habe meine Bedenken. Ihr scheint eher die Nachbarin, den Bettler, die Freundin, und vielleicht auch noch viele mehr auszuschließen, dadurch dass ihr sie durchgehend kritisiert, hintergeht, wegstoßt. Würde Gott so was tun?

 

Person 1: Nein bestimmt nicht, In der Kirche höre ich jeden Sonntag, dass Gott mich doch so wie ich bin liebt … aber ja du hast recht, warum gebe ich diese Liebe eigentlich nicht an meinen Nächsten weiter? Warum schätze ich nicht meinen Nächsten genauso wie ich mich selbst wertschätze?

 

Person 2: Weil sie nicht in deine oder meine Weltanschauung reinpassen? Ach, Vielleichtbrauch ich das einfach, um mich selbst und meine kleine heile Welt zu schützen.

 

Person 1: Ja, das kann sein. Alles verändert sich so rasend schnell. Da muss ich doch auf das aufpassen, was meins ist, sonst steh ich am Ende allein da. Davor hab ich schon Angst.

 

Person3: Na endlich denkt ihr mal nach über das, was ich schon die ganze Zeit versuche euch klar zu machen. Nehmt einander so an wie Christus euch angenommen hat (Römer 15.7).

 

Person 2: Das muss ja heißen, dass Gott mich tatsächlich bedingungslos liebt! Kann man sich gar nicht so vorstellen, Bedingungslose Liebe… das erfährt man sonst nie.

 

Person 3: “Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.” (Johannes 3,16)

 

Person 2: Wie können wir denn das Doppelgebot der Liebe im Alltag umsetzen?

 

Person 3: Versucht mal nicht gleich, andere zu vorverurteilen. Ihr gebt denen ja gar keine Chance. Gott sind alle Menschen wichtig. Seine Liebe gilt allen.

 

Person 1: Aber was ist mit dem Jugendlichen, der sich überhaupt keine Mühe macht, eine Arbeit zu bekommen?

 

Person 3: Gott hat alle Menschen lieb, auch den Jugendlichen, der anscheinend faul ist. Bist du dir ganz sicher, dass er sich nicht vielleicht schon oft vergeblich um Stellen beworben hat?

 

Person 2: Und was ist mit meinem Chef, dem es nur wichtig ist, dass ich 60 Stunden pro Woche schufte damit er sich einen dicken Umsatz am Ende des Monats in die Tasche stopfen kann?

 

Person 3: Gott hat alle Menschen lieb, auch deinen Chef, denn vielleicht weißt du nicht, dass dieser mehr als sein 10tel der Kirche gibt, um christliche Jugendheime zu bauen.

 

Person 1: Wie schaffe ich es, ohne Vorurteile an meinen Nächsten dran zu gehen?

 

Person 3: Genauso wie Jesus dir begegnet, mit bedingungsloser Liebe.

 

Person 1: Ich glaube wir müssen uns darin üben, hinter die Masken, hinter das äußerliche zu gucken, von dem wir uns so leicht beeindrucken oder abstoßen lassen. Dann können wir vielleicht einen Schatz entdecken, was wirklich in der betreffenden Person steckt.

 

Person 2: Au ja, mir geht dieses Sortieren der Menschen in Schubladen so auf den Wecker.

 

Person 1: Was meinst du?

 

Person 2: Na, wir sind doch so geneigt anderen mit Vorurteilen zu begegnen. Wir teilen sie in Schubladen ein, je nach Alter, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Herkunft, Wohlstand, Eifer, Bildungsstand, Gesundheit. Die Liste ist unendlich! All das quetschen wir in Schubladen, und wollen sie schließen, weil vieles daran nicht unserer eigenen Weltanschauung entspricht, weil es uns fremd ist.

 

Person 1: Ja das macht Sinn, denn in der Schublade sehen wir sie nicht, und sie können unser Weltbild nicht dauernd zerstören. Aber würde uns Gott in eine Schublade stecken?

 

Person 2: Nein bestimmt nicht, vor ihm ist doch jeder angenommen, und er wünscht sich doch, dass wir anderen mit der gleichen Liebe begegnen.

 

Person 3: Da habt ihr es erkannt! “Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.” (Matthäus 6, 33)

 

Person 1: Ich verstehe! Ich soll also an den Schwächen meines Nächsten vorbeisehen und eher erkennen, dass Gott ihn genauso wie mich liebt und in seinem Reich für uns beide Platz ist?

 

Person 3: Genau, Gottes Liebe ist wie ein Regenschirm, der uns vorm nasswerden beschützt

 

Person 2: Oder wie der Sauerstoff, ohne den wir nicht leben können.

 

Person 1: Oder wie ein Brückenpfeiler, der die Brücke, die darüber führt gut ankert. Das wäre doch eine Idee! Mit diesem Doppelgebot der Liebe können wir dem eingrenzenden Schubladenspiel ein Ende setzen und uns eher auf ein aufbauendes Brückenbauspiel einlassen?

 

Person 3: “Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Bau. (1.Korinther 3,9)

 

Person 2: Wenn ich also erkenne, dass Gott mich annimmt mit all meinen Schwächen, dann kann ich auch andere annehmen wie sie sind.

 

Person 1: Ja genau, die Würde, die Gott mir zeigt, soll ich auch anderen zeigen, egal wie sie sind, denn sie sind genau wie ich Gottes Kinder.

 

Person 3: Ihr habt es erfasst. Vor Gott sind alle gleich. In Gottes Reich gibt es keine erste und zweite Klasse. Alle haben die gleiche Fahrkarte. Die Fahrkarte trägt den Stempel JESUS! Durch die Liebe Jesus, kann unsere Angstüberwunden werden.

 

Person 1: Und aus Angst kann Freude werden, aus Hass Liebe.

 

Person 2: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot.”

 

Person 1: “Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.”

 

Person 3: Mit diesem Gebot fasst Jesus die Zehn Gebote zusammen.

 

Alle 3: Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten sind gleich wichtig.”