Predigt zur Jahreslosung 2019

suche Frieden und jage ihm nach!

Unter Gottes Schutz Psalm 34


2 Ich will den HERRN loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

4 Preiset mit mir den HERRN

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir

underrettete mich aus aller meiner Furcht.

6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR

und half ihm aus allen seinen Nöten.

10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

11 Reiche müssen darben und hungern;

aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu!

Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.

13 Wer möchte gern gut leben

und schöne Tage sehen?

14 Behüte deine Zunge vor Bösem

und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.

15 Lass ab vom Bösen und tu Gutes;

suche Frieden und jage ihm nach!

16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten

und seine Ohren auf ihr Schreien.

17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun,

dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.

18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR

und errettet sie aus all ihrer Not.

19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

20 Der Gerechte muss viel erleiden,

aber aus alledem hilft ihm der HERR.

21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,

dass nicht eines zerbrochen wird.

22 Den Gottlosen wird das Unglück töten,

und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.

23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte,

und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.


Frieden –Schalom –Wohlergehen

Das wünschen wir uns alle -

Für uns selbst

Für unsere Familien

Für unser Land

Für unsere Welt

Zum neuen Jahr wünschen wir uns 

ein gesegnetes

friedvolles

gutes, glückliches

neues Jahr. 

Ist das mehr als ein frommer Wunsch? 

 

Ist die Suche, vielleicht auch die Sucht, nach Frieden etwas, das in Erfüllung gehen kann? 

 

Wir lesen ein wenig um den Vers, der aus-gesucht wurde, herum: 

 

Interessant, übrigens, das gerade diese Verse aus dem Psalm, wie im EG unter 178.9 gedruckt, ausgelassen wurden. 

13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?

 

Wir alle.  Gut leben, schöne Tage sehen –das ist vielleicht das große Lebensziel unserer Zeit.  Freude, Happiness.  Sind Menschen denn glücklicher, weil sie nach Glück streben? 

 

Aber –die Suche, die Sucht nach gutem Leben: Führt sie zum Ziel? 

 

Friede, Freude kann nicht direkt erworben werden -

Wer Freude nachjagt, wird unfroh. 

 

Wer sich Frieden wünscht, erlebt oft Streit. 

 

Statistisch sind gerade in der Weihnachtszeit, wo Friede und Freude herrschen soll, die Depressionen am stärksten, und die Familienstreitigkeiten am heftigsten. 

 

Nein, Frieden fängt man nicht, indem man ihm wie einem Vogel nachjagt –da fliegt er eher davon.

 

Das zeigen auch die machtvollen „Befriedungsaktionen“, die versuchen den Frieden von oben herab mit Macht zu befehlen und zu erzwingen. 

 

Schon bevor der Deckel des Drucksweg ist, kocht der Unfriede dann um so heftiger auf. 

 

Happiness should be approached sideways, like a crab. (John Stuart Mill)

 

Wie suchen wir Frieden?  Wie können wir dem Frieden nachjagen, ohne dass er uns wie ein verschreckter Vogel davonfliegt? 

 

DieVerse davor sagen uns etwas davon: 

14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.

 

Vielleicht auch Finger und Daumen auf Twitter usw.

Wie viel Unfriede wurde nicht in unserem Land im vergangenem Jahr durch unbedachte Worteprovoziert?  Wie oft habe ich nicht mit einem Wort Unfrieden gerade auch in nahen Beziehungen geschaffen. 

 

Ja, Worte sind für den Frieden wichtig.  Luther sagt: Gutes reden, alles zum Besten kehren. 

 

Aber nur Worte sind für den Frieden nicht genug: 

15 Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

 

If you want peace, work for justice. 

 

So sagte man in den 80er Jahren in Südafrika.  Und der Psalm stimmt dem zu: Nicht indem wir versuchen den Streit zu unterdrücken, schaffen wir Frieden, sondern indem wir den Ursachen des Unfriedens –der Ungerechtigkeit –nachgehen, und beheben, was da nicht stimmt –so kommen wir dem Frieden näher. 

 

Wenn wir fragen, wie wir Frieden suchen, können wir von der Weihnachtszeit lernen: 

 

Frieden auf Erden, und den Menschen Wohlgefallen, sagen die Engel an –und die Hirten finden ein Kind, arm, in einem Stall. 

 

Klein, ohne Macht, so kommt Gott, Frieden zu stiften. 

 

Er macht sich verletzbar. 

 

Er geht zu denen, die an dem Rande geschoben werden. 

 

Er vergibt den Sündern, sogar denen, die andere ausgebeutet haben. 

 

So schafft er Frieden. 

 

Der Psalm sagt den Elenden, denen, die zerbrochenen Herzens sind, Gottes Nähe zu. 

 

Frieden fängt da an zu wachsen, wo wir, wie Gott, offen werden für die Gebrochenheit –in uns, und um uns.  Dort kann ein Friede wachsen, der nicht nurdie Abwesenheit des Streites ist, sondern die Frucht der Gerechtigkeit.  Dort kann ein Friede wachsen, der mehr ist als Waffenstillstand. 

 

Dort, wo wir uns dem öffnen, der herunterkam, zu denen, die gebrochenen Herzens sind, wo wir ihm nachgehen, der zu denen am Rande ging–dort wird in uns und durch uns ein Friede wachsen, der Schalom ist, Wohlbefinden, Rechtsein. 

 

Diesen Frieden schenke uns Gott.